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Pflegegrad beantragen – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Angehörige und Pflegebedürftige

Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt erklärt für Angehörige und Betroffene

Uwe Zimmer
Von Uwe Zimmer
28. Mai 2025

Viele Menschen wissen nicht, wie sie einen Pflegegrad beantragen oder wo sie überhaupt anfangen sollen. Der Papierkram wirkt abschreckend, und oft herrscht Unsicherheit, ob überhaupt ein Anspruch besteht.

Dabei gilt: Ein anerkannter Pflegegrad ist der Schlüssel zu wichtigen Leistungen der Pflegeversicherung – von Pflegegeld bis hin zu kostenfreien Pflegehilfsmitteln

In diesem Blogbeitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du oder deine Angehörigen den Antrag auf Pflegegrad richtig stellen – und was bei der MDK-Begutachtung beachtet werden sollte.

Was ist ein Pflegegrad – und warum ist er wichtig?

Ein Pflegegrad ist die Grundlage dafür, dass du Leistungen von der Pflegeversicherung bekommst. Die Einstufung erfolgt je nach Unterstützungsbedarf in den Pflegegraden 1 bis 5 – und berücksichtigt sowohl körperliche als auch geistige oder psychische Einschränkungen.

Mit einem anerkannten Pflegegrad kannst du unter anderem:

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Pflegegeld erhalten

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Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen

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Entlastungsleistungen nutzen

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Verhinderungspflege oder Wohnraumanpassung beantragen

Wann solltest du einen Pflegegrad beantragen?

Sobald du oder ein Angehöriger regelmäßig auf Hilfe angewiesen seid – etwa beim Waschen, Anziehen, Gehen, Essen oder bei psychischen Belastungen wie Demenz – solltest du den Pflegegrad beantragen.

Wichtig: Leistungen bekommst du rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung – also nicht erst ab dem Bescheid.

Tipp

Leistungen gelten rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung – nicht erst ab Genehmigung.

Pflegegrad beantragen – Schritt für Schritt Anleitung

1. Antrag bei der Pflegekasse stellen

Die Pflegekasse ist der richtige Ansprechpartner. Ein formloser Antrag reicht aus – telefonisch, schriftlich oder online:

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Telefonisch: Viele Kassen nehmen Anträge direkt entgegen.

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Schriftlich: Ein Satz wie „Ich beantrage Leistungen aus der Pflegeversicherung“ genügt.

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Online: Einige Kassen haben digitale Formulare.

Unser Tipp: Stelle den Antrag schriftlich oder per E-Mail und bitte um eine Eingangsbestätigung.

2. Fristen beachten

Die Pflegekasse hat 25 Arbeitstage Zeit, um die Begutachtung zu organisieren und den Antrag zu entscheiden. In akuten Fällen (z. B. bei Palliativpatienten) muss die Begutachtung innerhalb einer Woche erfolgen – hier greift der Eilantrag.

3. Pflegeberatung nutzen

Nach deinem Antrag hast du Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung durch die Pflegekasse. Diese hilft dir dabei:

  • die richtigen Leistungen zu finden

  • die Antragstellung zu verstehen

  • dich auf die Begutachtung vorzubereiten

Die Beratung kann telefonisch, digital oder persönlich bei dir zu Hause stattfinden.

4. Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MDK)

Eine Gutachterin oder ein Gutachter kommt zu dir nach Hause und prüft deine Alltagsfähigkeiten in sechs Lebensbereichen:

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Mobilität

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Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

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Psychische Problemlagen

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Selbstversorgung

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Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen

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Gestaltung des Alltagslebens

Der Pflegegrad richtet sich nicht nur nach Diagnosen, sondern nach dem tatsächlichen Unterstützungsbedarf

5. Gut vorbereitet in die Begutachtung

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Führe ein Pflegetagebuch über 7–10 Tage.

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Sei ehrlich – es geht nicht darum, stark zu wirken, sondern realistisch zu zeigen, wo Hilfe nötig ist.

6. Pflegegradbescheid prüfen

Nach dem Besuch bekommst du den Bescheid mit der Einstufung (Pflegegrad 1–5). Prüfe kritisch:

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Wurde alles korrekt erfasst?

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Wurden wichtige Einschränkungen berücksichtigt?

Wenn du nicht einverstanden bist: Lege innerhalb von 4 Wochen Widerspruch ein – am besten mit Pflegetagebuch oder ärztlichen Unterlagen.

Fazit

Ein Pflegegrad ist der Schlüssel zu wichtigen Leistungen – je früher du den Antrag stellst, desto besser. Der Antrag ist formlos möglich, rückwirkend wirksam und sichert dir die Unterstützung, die dir zusteht. Nutze die Pflegeberatung und scheue dich nicht, Widerspruch einzulegen, wenn der Bescheid nicht passt.

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Häufig gestellte Fragen

Wie beantrage ich einen Pflegegrad bei der Pflegekasse?
Du kannst den Pflegegrad formlos per Telefon, Brief, E-Mail oder online bei der Pflegekasse deiner Krankenkasse beantragen. Wichtig: Leistungen gelten rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung.
Wer kann einen Pflegegrad beantragen?
Den Pflegegrad kann die betroffene Person selbst oder ein Angehöriger bzw. gesetzlicher Betreuer beantragen. Entscheidend ist, dass der Antrag bei der Pflegekasse eingeht.
Was passiert bei der Begutachtung durch den MDK?
Der MDK bewertet bei einem Hausbesuch, wie selbstständig die pflegebedürftige Person im Alltag ist – anhand von sechs Lebensbereichen wie Mobilität, Selbstversorgung oder kognitive Fähigkeiten.
Wie lange dauert es, bis ich den Pflegegrad-Bescheid bekomme?
Die Pflegekasse hat nach Eingang des Antrags 25 Arbeitstage Zeit, um die Begutachtung zu veranlassen und einen Bescheid zu erteilen. Bei einem Eilantrag geht es deutlich schneller.
Was tun, wenn der Pflegegrad abgelehnt wurde?
Du kannst innerhalb von einem Monat Widerspruch einlegen. Füge dem Widerspruch ein Pflegetagebuch oder medizinische Unterlagen bei, um deinen Anspruch zu untermauern.
Welche Leistungen bekomme ich mit Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5?
Je nach Pflegegrad erhältst du Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsleistungen oder Pflegehilfsmittel – z. B. eine monatliche Pflegebox über die Pflegekasse.
Kann ich den Pflegegrad später erhöhen lassen?
Ja, mit einem Höherstufungsantrag. Wenn sich dein Zustand verschlechtert, kannst du jederzeit eine erneute Begutachtung beantragen.

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