Pflegewissen

Pflegeguide erklärt verständlich, wie Pflegebedürftige Unterstützung erhalten

Betrugsschutz

Prävention im Pflegealltag - Betrugsprävention bei Pflegehilfsmitteln und typische Betrugsmaschen im Internet

Gesundheit

Symbolbild für Gesundheit, Ausgeglichenheit und Wohlbefinden

Finanzen und Vorsorge

Symbolbild für finanzielle Planung und Vorsorge im Pflegekontext
Das Bild listet die 5 Pflegegrade auf, markiert ist Pflegegrad 3

Pflegegrad 3: Beeinträchtigung der Selbständigkeit

Uwe Zimmer
Von Uwe Zimmer
4. Juli 2025

Was ist Pflegegrad 3?

Pflegegrad 3 wird vergeben bei einer schweren Beeinträchtigung der Selbstständigkeit über mindestens sechs Monate und ersetzt seit 2017 die frühere Pflegestufe II und berücksichtigt auch demenzbedingte Einschränkungen

Pflegegrad 3 bedeutet: schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit – und damit umfangreiche Leistungen von der Pflegekasse. In diesem Beitrag erfährst du, welche finanziellen und praktischen Hilfen dir zustehen, wie du den Pflegegrad 3 beantragst und worauf du bei der Begutachtung besonders achten solltest.

Voraussetzungen für Pflegegrad 3

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Mitglied in der Pflegeversicherung.

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Gutachten vom MDK (bei gesetzlich Versicherten) oder Medicproof bei Privatversicherten.

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Ergebnis im Neuen Begutachtungs-Assessment (NBA): “schwere Beeinträchtigung”

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Alternativ Höherstufung nach Verschlechterung eines bestehenden Pflegegrades.

Tipp: Die Pflegekasse übernimmt kostenlos die Begutachtung – ein Antrag genügt.

MDK-Begutachtung:

Welche Lebensbereiche geprüft werden und wie sie gewichtet sind

7,5

%

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

7,5

%

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

10

%

Mobilität

15

%

Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

20

%

Bewältigung krankheits- oder therapiebedingter Belastungen

40

%

Selbstversorgung

Monatliche

Leistungen bei Pflegegrad 3

Mit Pflegegrad 3 hast du Anspruch auf deutlich mehr Leistungen als bei Pflegegrad 1&2. Dazu zählen sowohl Geld- als auch Sachleistungen – je nachdem, ob du Zuhause von Angehörigen oder von einem ambulanten Pflegedienst versorgt wirst.

Pflegeleistung

Betrag

Hinweise

Pflegegeld (häuslich bei Angehörigen) 

€599/Monat

Für Pflege durch Angehörige oder Freunde – als Anerkennung und finanzielle Unterstützung

Pflegesachleistung (ambulant durch Dienst) 

€1.497/Monat

Für die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst – z. B. bei Körperpflege oder Medikamentengabe

Verhinderungspflege

1.685€/Jahr

Wenn die Hauptpflegeperson Urlaub macht oder ausfällt – z. B. Ersatzpflege durch Dritte oder Dienstleister

Entlastungsbetrag

131€/Monat

Für Betreuung, Haushaltshilfen, Fahrdienste oder Unterstützung durch Pflegedienste

Digitale Pflege‑Apps (DiPA) 

bis €53/Monat

Für zertifizierte Apps zur Alltagsbewältigung oder Pflegeorganisation

Pflegehilfsmittel

bis €42/Monat

z. B. Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Betteinlagen – bequem nach Hause geliefert

Hausnotruf

bis €25,50/Monat

wird oft komplett übernommen

Tages-/Nachtpflege

1.357 €/Monat

Für teilstationäre Betreuung in einer Pflegeeinrichtung tagsüber oder nachts

Kurzzeitpflege

1.774 €/Jahr

Für vorübergehende stationäre Pflege – z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt

Pflegeberatung und Beratungseinsatz

kostenfrei

Persönliche Beratung zur Organisation der Pflege und Schulungen für Angehörige

Wohnraumanpassung

bis zu 4.180 pro Maßnahme

Zuschuss für barrierefreie Umbauten – z. B. Einbau einer ebenerdigen Dusche

Wohngruppenzuschlag

224 €/Monat

Für das Leben in einer ambulant betreuten Pflege-WG

Pflegekurse für Angehörige

kostenfrei

Schulungen für pflegende Angehörige – vermitteln Wissen, Sicherheit und entlasten emotional.

Pflegeunterstützungsgeld

abhängig vom Einkommen

Lohnersatz für pflegende Angehörige bei kurzfristiger Arbeitsverhinderung

Vollstationäre Pflege

1.319€/Monat

Zuschuss zu den Pflegekosten im Pflegeheim – zusätzlich müssen Eigenanteile gezahlt werden

Die meisten Leistungen müssen separat beantragt werden – oft formlos bei der Pflegekasse. Leistungen wie Pflegehilfsmittel, DiPA oder Wohnraumanpassung können zusätzlich zur Grundversorgung genutzt werden.

Warum lohnt sich Pflegegrad 3?

Pflegeexperte Uwe Zimmer – erfahrene Beratung zu Pflegegraden, Anträgen und Alltagsentlastung
Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Finanzielle Entlastung: Mit bis zu €2.096 pro Monat (inkl. Kurzzeit-, Tagespflege etc.) wird die häusliche Pflege deutlich erleichtert.

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Flexibilität: Kombination aus Geld- und Sachleistungen ermöglicht individuelle Betreuung – ob zuhause, teilstationär oder stationär.

Das macht SmartVersorgt aus – persönliche Pflegeberatung, digitale Unterstützung und echte Hilfe im Alltag

Unterstützung & Sicherheit: Zuschüsse für Hilfsmittel, Umbauten und Notfallsysteme erleichtern das Leben im Alter enorm.

Pflegeexperten Uwe und Lennard Zimmer geben wichtige Tipps für den Pflegealltag

Pflegegrad 3 beantragen – Schritt für Schritt

1. Antrag bei der Pflegekasse stellen

Ein formloser Antrag genügt

Der erste Schritt ist ein formloser Antrag bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person – meist ist das die Pflegekasse der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse.

Du kannst den Antrag telefonisch, schriftlich oder online stellen. Nach Eingang wird dir ein Formular zur Bestätigung und weitere Unterlagen zugesendet.

2. Vorbereitung auf die Begutachtung

Ein MDK oder MEDICPROOF prüfen deine Situation

Nach dem Antrag wirst du (oder deine Angehörigen) über einen Begutachtungstermin durch den MDK (gesetzlich versichert) oder MEDICPROOF (privat versichert) informiert.
Der Termin findet meist zu Hause oder per Videotelefonat statt.

Bereite dich gut vor:

  • Notiere dir typische Alltagssituationen, in denen du Hilfe brauchst.
  • Halte ärztliche Unterlagen, Diagnosen, Medikationspläne oder Krankenhausberichte bereit.
  • Es kann hilfreich sein, wenn eine vertraute Person beim Termin anwesend ist.

3. Du erhältst den Pflegegrad-Bescheid

Einstufung des Pflegegrades

Nach der Begutachtung bekommst du von der Pflegekasse einen schriftlichen Bescheid. Darin steht:

  • Ob dir ein Pflegegrad bewilligt wurde
  • Welcher Pflegegrad dir zuerkannt wurde
  • Ab wann du die Leistungen in Anspruch nehmen kannst
Falls du mit der Entscheidung nicht einverstanden bist, kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

4. Leistungen bei Pflegegrad 3

Leistungen stehen dir sofort zur Verfügung

Sobald du den Bescheid erhalten hast, kannst du alle vorgesehenen Leistungen für Pflegegrad 3 in Anspruch nehmen, z. B.:

  • Wohnraumanpassung (bis zu 4.000 € einmalig), z. B. für den Einbau einer barrierefreien Dusche
  • Pflegeberatung & Pflegekurse für Angehörige – kostenfrei über die Pflegekasse

  • 125 € Entlastungsbetrag für Haushaltshilfe, Betreuung oder Alltagsunterstützung

  • 599 € Pflegegeld pro Monat bei häuslicher Pflege durch Angehörige

5. Höherstufung beantragen bei zunehmendem Pflegebedarf

Zögere nicht

Verschlechtert sich der Zustand der pflegebedürftigen Person (z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt, bei Demenz oder körperlichem Abbau), kannst du jederzeit eine erneute Begutachtung und damit eine Höherstufung beantragen.
Zusatz-Tipp:

Pflegegrad frühzeitig beantragen, besonders bei chronischer Erkrankung, psychischer Belastung oder altersbedingtem Hilfebedarf

Fazit: Pflegegrad 3 sichert umfassende Unterstützung

Pflegegrad 3 bietet umfassende finanzielle und organisatorische Unterstützung für Menschen mit schwerer Einschränkung der Selbstständigkeit. Die Kombination aus Pflegegeld, Sachleistungen, Entlastungsbetrag sowie Zuschüssen für Pflegehilfsmittel, Hausnotruf und Umbauten erleichtert die häusliche Pflege. Durch teilstationäre Angebote und Beratungs­services wird eine nachhaltige, individuelle Versorgung sichergestellt – für mehr Lebensqualität trotz Pflegebedarf.

Du willst keine wertvollen Tipps mehr verpassen?
Dann trag dich jetzt ein und bleib immer auf dem Laufenden!

Häufig gestellte Fragen

Hier findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen

Welche Leistungen bekomme ich bei Pflegegrad 2?
Mit Pflegegrad 2 hast du Anspruch auf Pflegegeld (347 €), Pflegesachleistungen (796 €), den Entlastungsbetrag (131 €), Pflegehilfsmittel (bis 42 €) sowie auf Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Pflegeberatung und mehr. Die Leistungen können individuell kombiniert werden.
Wie beantrage ich Pflegegrad 2?
Du stellst den Antrag formlos bei deiner Pflegekasse. Danach erfolgt eine Begutachtung durch den MDK (gesetzlich versichert) oder MEDICPROOF (privat versichert). Bei 27 bis unter 47,5 Punkten im Gutachten wird Pflegegrad 2 gewährt.
Wie viele Punkte braucht man für Pflegegrad 2?
Für Pflegegrad 2 musst du im Pflegegutachten mindestens 27,0 bis unter 47,5 Punkte erreichen. Bewertet werden unter anderem Mobilität, Selbstversorgung und geistige Fähigkeiten.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegegrad 1 und 2?
Pflegegrad 2 bedeutet eine deutlich stärkere Einschränkung als Pflegegrad 1. Nur ab Pflegegrad 2 erhältst du z. B. Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Verhinderungspflege und mehr. Bei Pflegegrad 1 gibt es nur begrenzte Leistungen.
Kann ich bei Pflegegrad 2 Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren?
Ja, das ist über die Kombinationsleistung möglich. Wenn du teilweise durch Angehörige und teilweise durch einen Pflegedienst betreut wirst, kannst du anteilig Pflegegeld und Sachleistungen gleichzeitig nutzen.

Weitere Beiträge

Aktuelle Beiträge, die dir und deinen Liebsten weiterhelfen